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Montag, 11. Oktober 2010

Fandemo - wer war alles da?

turus.net hat sich die Mühe gemacht und die teilnehmenden Szenen und ihre ungefähre Teilnehmerzahlen zusammen getragen.


Fakten der Fandemo Berlin: Wer war alles da?

Tausende Fußballfans demonstrierten am Samstagnachmittag für den Erhalt der Fankultur und gegen weitere Kommerzialisierung und gegen Polizeiwillkür. Über 50 Fangruppen aus ganz Deutschland marschierten von der Karl-Liebknecht-Straße aus über Torstraße, Friedrichstraße und Unter den Linden lautstark und farbenfroh durch Berlin-Mitte zurück zum Bahnhof Alexanderplatz. Viel wurde im Nachhinein im In- und Ausland über diese Fandemo diskutiert - wie groß waren die einzelnen Fangruppierungen, welche Anliegen hatten die Fans und Ultras im einzelnen gehabt? Folgend eine Nachbetrachtung im Detail.


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Samstag, 9. Oktober 2010

Presseschau Fandemo

Nach der Fandemo in Berlin - das sagen die Medien:

Bundesliga - Demo: Die Kurve geht auf die Straße (Eurosport / yahoo.com)

Fans nehmen gemeinsam Anstoß (Der Tagesspiegel)

Fußball-Anhänger kämpfen für Erhalt der Fankultur (Berliner Morgenpost)

Tausende Fußballfans demonstrieren in Berlin (RBB Nachrichten)

Tausende demonstrieren in Berlin für Fankultur (Süddeutsche Zeitung)

Farbenfroh, stimmungsvoll und friedlich: Tausende Fans bei der Demo zum Erhalt der Fankultur (turus.net)

Ein erstes Video ist bereits bei Youtube online:

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Jubos und Ultras Leverkusen melden sich zur Fandemo zu Wort

Nach Gladbach und Ahlen (wir berichteten) melden sich nun die JUBOS Dortmund und Ultras Leverkusen kurz vor der Fandemo zu Wort.


06.10.2010 // „Stellungnahme Fan-Demo in Berlin“

Am 10. Oktober 2010 findet in Berlin am Alexanderplatz, wie schon im Jahre 2002, eine gemeinsame Demonstration vieler Fan- und Ultragruppen aus der ganzen Republik statt.

Im Gegensatz zu der Vorgängerdemo, die das (inzwischen gescheiterte) Thema „Pro 15:30“ in den Mittelpunkt rückte, ist leider diesmal kein wirkliches Thema der Veranstaltung und somit auch kein Ziel erkennbar.

Stattdessen wurden alle irgendwie aktuell erscheinenden Probleme, wie Repression, Polizeigewalt oder Salami-Spieltage in einen Topf geschmissen und ein paar Mal mit dem geflügelten Wort vom „Modernen Fussball“ umgerührt. Dies erachten wir als nicht konkret genug und ebenso wenig als zielführend.

Darüber hinaus sehen wir uns nicht imstande, gemeinsam mit Menschen zu demonstrieren, die abseits einer solchen Veranstaltung unsere Freunde und Mitglieder im Alltag überfallen, bedrohen oder sie feige beklauen. Die Entwicklung der hiesigen Ultraszene in diese Richtung missbilligen wir ausdrücklich, wenngleich auch wir uns sicherlich hinterfragen müssen.

Desweiteren halten wir es für unglaubwürdig, mit Tausenden von Leuten „Fussballfans sind keine Verbrecher“ zu skandieren, nur um eine Woche später beim nächsten Auswärtsspiel von eben jenen Leuten schon posend am Bahnhof erwartet und angegriffen zu werden. Solange diese Dinge an der Tagesordnung sind, ist eine gemeinsame Demonstration einfach nur unglaubwürdig. Daher werden wir als Gruppe „Ultras Leverkusen“ die Reise nach Berlin geschlossen nicht antreten und uns an jenem Tag lieber dem Wohle der eigenen Gruppe widmen.

Ultraszene Leverkusen


Die Verantwortung der Ultràszenen

Ein kurzer Blick auf den Kalender macht schnell deutlich, welch’ wichtiges Ereignis unmittelbar bevorsteht: Die FanDemo am kommenden Samstag in Berlin (13 Uhr, Berlin Alexanderplatz).
Sämtliche Fanorganisationen und Fangruppen riefen in jüngster Vergangenheit dazu auf, sich an der Demonstration unter dem Motto: "Zum Erhalt der Fankultur" zu beteiligen. Die Demonstration thematisiert eine breite Palette fanpolitischer Themen, von der Spieltagzerstücklung, über zunehmende Beschränkungen erlaubter Fanutensilien und überhöhte Ticketpreise, bis hin zur Vergabepraxis von Stadion- und Stadtverboten. Eine Demonstration also, mit zweifelsohne bedeutsamen Themen.

Unbestritten sind Anstoßzeiten beispielsweise an einem Montagabend in der zweiten Liga nicht hinnehmbar. Dasselbe gilt für Stadionverbote, die willkürlich auf Verdacht nach dem Gießkannenkonzept ausgesprochen werden. Auch ist es Woche für Woche nicht nachvollziehbar, weshalb Fans aller Vereine in ein Stadion immer seltener Fahnenmaterial mitnehmen dürfen um auch hiermit ihren Verein optisch zu unterstützen oder man sich ungerechtfertigten Schikanen der Polizei aussetzen lassen muss. Die Reihe der Repressionen und Einschränkungen ließe sich mühelos fortführen, doch wollen wir dies an dieser Stelle nicht tun. Für uns ist die bevorstehende Demonstration vielmehr ein Grund, sich den Problematiken auch einmal von einer anderen Seite zu nähern.

Es scheint verwunderlich, dass in einigen Fanszenen "Zum Erhalt der Fankultur" aufgerufen wird, diese aber von einer Mitverantwortung für die negative Entwicklung in und um Deutschlands Stadien nicht freizusprechen sind.
Denn selbst wenn in allen deutschen Stadien Fahnen, Choreographien und pyrotechnische Mittel unbegrenzt erlaubt wären, alle Bundesligaspiele nur noch samstags um 15:30 Uhr stattfinden und Stadionverbote der Vergangenheit angehören würden, wäre zwar sehr, sehr viel erreicht, doch wären damit keineswegs alle Probleme verschwunden. Eine lebendige und funktionierende Fankultur beinhaltet mehr und kann bereits heute von UNS Fanszenen wieder in die richtige Richtung manövriert werden.

Hierfür möchten wir einige Eindrücke schildern, die für uns weder nachzuvollziehen noch zu tolerieren sind:
Beinahe wöchentlich finden gewalttätige Übergriffe unter verschiedensten Fanszenen statt, die sich oftmals grundlos und ohne vorliegende und vorherige Berührungspunkte ereignen. Eindeutige Grenzen wurden unlängst überschritten, indem Fanprojekte angegriffen, Autos aufgebrochen oder in fremde Räumlichkeiten eingebrochen wurde um Fahnen zu stehlen. Und selbst an Bahnhöfen warten Kleingruppen auf eventuell umsteigende Fans anderer Vereine, um ihnen aus dem Hinterhalt Schals zu klauen oder sie krankenhausreif zu schlagen.
Grund für diese Übergriffe ist oft der unbedingte Wille deutlich zu machen, wer der Stärkere, wer der Bessere ist. Doch zeugen derartige Handlungen wirklich von Stärke?
Es ist bedenklich und wirkt äußerst lächerlich, wenn beinahe wöchentlich in Deutschlands Kurven ein oder zwei Schals oder ein T-Shirt hängen, die zuvor nicht selten von Einzelpersonen entwendet wurden denen gegenüber man sich in der Überzahl befand. Oftmals geschieht dies gegen Vereine, mit denen man keinerlei Berührungspunkte hat, was eindeutig den Gipfel der Sinnlosigkeit derartiger Aktionen darstellt. Es ist weder Ultrà noch anderweitig „cool“, wenn anderen Fußballfans, mit denen man keinerlei Berührungspunkte hat, Kleidung oder Fahnen geklaut werden. Insbesondere auch dann, wenn diese Personen mit derartigen oftmals kriminellen „Spielchen“ nichts zu tun haben wollen.

In diesem Zusammenhang gilt es auch die Scheinheiligkeit einiger Gruppen an den Pranger zu stellen, die Sätze wie "Ehre der Sektion Stadionverbot" skandieren und auf ihre Fahnen malen, aber in Regelmäßigkeit Stadionverbotler des Gegners attackieren, überfallen und ausrauben. Nicht schlimm genug, werden anschließend erbeutete „Sek SV“-Utensilien auch noch voller Stolz präsentiert.
Es sollte doch jedem bewusst sein, dass das Leben eines Ausgesperrten ohnehin schon schwer genug ist. Stattdessen sollte den mitgereisten Stadionverbotlern die nötige Anerkennung entgegen gebracht werden, dafür, dass sie weiterhin Spieltag für Spieltag mit ihren Freunden den Weg auf sich nehmen, trotz Stadionverbot und zahlreichen Repressionen.

Es ist erschreckend zu sehen, dass die Gewalt mehr und mehr in den Vordergrund rückt, das eigentlich Wichtige aber, der Verein und seine vollkommene Unterstützung, immer weiter in den Hintergrund geraten. Letztlich schaden viele derartiger Handlungen nicht nur dem Gegenüber, sondern auch dem eigenen Verein. Ein Widerspruch zu einem wichtigen Grundgedanken der Subkultur Ultrà also.

Es ist für uns völlig unverständlich, weshalb sich die Werte vieler Fans und Fangruppen in diesem Maße verschoben haben, die einst das „Ultràtum“ ausmachten. Selbstverständlich betreffen die geschilderten Vorfälle nur einen Teil der Ultràszenen und Gruppen. Dennoch prägen meist sie das negative Bild in der Öffentlichkeit und tragen nicht zuletzt Mitverantwortung für weitere Repressionen und Beschränkungen. Der große Teil des Ultràtums hingegen, der hiermit wenig oder gar nichts zu tun hat, sondern Werte schätzt und "einfach nur" für seinen Verein und den Fußball lebt, darf dies jedoch mit ausbaden.
Das Präsentieren von Fahnen schadet anderen Fangruppen, die für dieselben Ideale und fanpolitischen Ansichten einstehen, wie wir. Die Zeit die nach einem, wie auch immer gearteten, Übergriff vergeht, in der sich auf der jeweils andere Seite Gedanken über den Umgang mit der Situation gemacht wird, könnte mit der Konzentration auf wichtigere Problematiken besetzt werden. Zudem erschwert oder verwehrt so eine Aktion meist die Kooperation mit dem jeweiligen Gegenüber, die gerade bei Problemen die uns alle betreffen, wie Stadionverboten oder sonstigen Repressionen heutzutage nötig ist.
Somit laufen wir Gefahr, langfristig unsere eigene Subkultur zu zerstören.
Stattdessen sollten wir Gleichgesinnten anderer Vereine mit dem nötigen Respekt gegenübertreten, denn auch sie müssen sich mit den gleichen, schier endlos erscheinenden Schikanen auseinandersetzen. Solidarität untereinander muss für uns alle mehr in den Fokus rücken, um unsere Freiheiten nicht zu verlieren.

Es kann nun der Eindruck entstehen, wir würden der FanDemo kritisch gegenüberstehen, was grundsätzlich nicht der Fall ist!
Wir sehen die Demonstration als Möglichkeit eines Neuanfangs, um die Fankultur wieder zu ihren ursprünglichen Idealen zurückzuführen und die "Spirale der Gewalt" aufzuhalten.
Wir möchten uns dabei keinesfalls von Fehlern in der Vergangenheit freisprechen. Für die Zukunft jedoch möchten wir uns von sinnlosen Gewaltaktionen gegenüber anderen Gruppen, mit denen es nie zuvor Berührungspunkte gegeben hat, distanzieren. Sinnloses entwenden von Schals oder anderen Fanutensilien, sowie Übergriffe auf Stadionverbotler und andere gewalttätige Übergriffe, um nur einige Beispiele zu nennen, sind für uns nicht tolerierbar und werden von unserer Gruppe in keiner Weise mitgetragen. Weiter appellieren wir an Alle, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren und Uns, der Subkultur Ultrà, nicht selbst noch mehr Steine in den ohnehin schon so steinigen Weg zu legen.

GIVE IT ALL!

JUBOS DORTMUND, im Oktober 2010

Montag, 4. Oktober 2010

Fandemo

Am 09.10.2010 findet bekanntlich die Fandemo zum Erhalt der Fankultur statt. Zwei Fanszenen haben nun ihre Teilnahme öffentlich per Stellungnahme abgesagt und erläutert. Lest selber und macht Euch ein Bild

Stellungnahme Block 1900 Mönchengladbach

Stellungnahme Tribuna Unida Ahlen